Contester morsen mit PC. Sie klingen alle gleich. Weitgehend. Zudem haben moderne Transceiver einen sauberen Ton. 599 - über die zweite 9 macht sich heute kaum noch jemand Gedanken. Telegrafisten klingen heute (fast) alle sauber und ziemlich gleich. Vor 50 und mehr Jahren war das ganz anders.
Morsen mit der Hand klingt anders. Handtaste, Bug oder Cootie zeigen mehr vom Operator. Sogar der Electronic Keyer. Er liefert zwar Punkte und Striche und die Pausen dazwischen. Es gibt aber noch zwei andere Sorten Pause: die zwischen den Zeichen und die zwischen den Wörten. Um die muss sich der Operator selbst kümmern. Jede Handschrift ist einzigartig. Wie der Mensch dazu. Manche schreiben sehr sauber und leicht lesbar, und manche Schriften sind einfach anstrengend. Saubere Schrift wird gern gelesen. - Und das ist beim Morsen genauso.
Beispiele eindrucksvoller Handschriften finden wir zum Beispiel in Audio-Mitschnitten aus dem Schiffs-Funkverkehr. Vor ca 50 Jahren noch war die allgemeine Anruf-Frequenz bei den Schiffen 500 kHz. Da legte jede(r) einfach so los.
Wenn bei den Funker-Uhren der große Zeiger auf ein rotes Feld wanderte, war Funkstille für CW geboten. Grün war die Pause beim Sprechfunk. Für eventuelle Notrufe. So einfach war das.
Wer ein paar Tage so gefunkt hatte, erkannte seine Partner allein am Sound. Der Ton kam vom Sender, der Rhythmus vom Operator. Sie wussten genau, welche Station das war und wer gerade an der Taste saß. Auch ohne Rufzeichen.
Viel Spaß beim Zuhören.
Heute muss niemand mehr schreiben, und am besten, du lernst alles gleich im Kopf und ohne Stift und Papier.
