Rhythm is it!

Morsen ist Musik. Und wer musikalisch ist, hat es ein wenig leichter beim Lernen der Kunst. Zugegeben: Die Tonart ist beim Morsen zweitrangig. Niemand muss den Quintenzirkel lernen, aber ein bisschen Gefühl für Rhythmus ist schon hilfreich.

 Der Notenvorrat ist stark begrenzt: Punktierte Viertel und Achtel. Lang und kurz. - Das Wichtigste aber sind die Pausen. Davon gibt es drei Sorten: 

Die innerhalb eines Zeichens (blau), die zwischen den Zeichen (rot) und die zwischen zwei Worten (grün).

Auch Sprache hat Rhythmus. Das fällt uns zum Beispiel bei machen Dichtungen auf. Christian Morgenstern hat es aufgeschrieben:

Der Mond ist aufgegangen

die goldnen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar 

...

Jede zweite Silbe ist betont. Fachleute nennen das Jambus (lat. iambus). Und genau das gibt es auch beim Morsen.

Ein Doppel-Paddle hat zwei unabhängige Hebel einen für den Punkt- und einen für den Strich-Kontakt. Drückt man beide zusammen (sqeeze) dann macht die Morse-Elektronik daraus di-da-di-da-di-da-...  Also Jambus! - Daher die Bezeichnung: Iambic Keyer.

Zwei verschiedene Modi lassen sich einstellen an manchen elektronischen Tasten Iambic-A und Iambic-B. Hier wird es kompliziert und hier sind viele Fallstricke für das Geben. Falsche Einstellungen führen zu vielen Fehlern und verhindern den zügigen Lernerfolg. Entscheidend für die beiden Einstellungen ist, was passiert, wenn man die Paddles loslässt.

Schnelle Telegafisten verzichten gern auf die Sqeeze- und Iambic-Technik. Sie hilft vielleicht in einer bestimmten Phase des Lernens. Außerhalb der Dreißiger-Zone führt sie eher zu Fehlern beim Geben. QRQ-Puristen geben gern mit Einhebel-Tasten. 

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